Montag, 15. August 2016

Etappen



Die Verwall-Runde kann variabel in einem Zeitraum zwischen 3 und 8 Tagen gegangen werden. Dabei können Etappen von leichten bis schweren Bergwegen zurückgelegt werden. Unsere Variante war genau auf unser Leistungsspektrum zurechtgeschnitten. Sie bestand aus 3 leichten und 4 mittelschweren Bergwegen. Wir vermieden schwere Bergwege. Aber selbst bei den mittelschweren Bergwegen kann es – vor allem in Nähe der Sattel und Joche – anspruchsvollere Teilstücke geben, die einen sicheren Tritt erfordern und teilweise auch an Kletterstellen mit Drahtseilen gesichert sind. Klettersteigausrüstung ist jedoch nicht erforderlich. Alle von uns begangenen Wege waren gut bis sehr gut markiert. Unsere Tour dauerte 7 Tage und wir haben folgende Etappen bewältigt (Die Werte wurden per GPS mit Dakota20 aufgezeichnet und über BaseCamp ausgewertet.):


1. Tag

Bus 4240 von Pians Abzweig Silvretta nach Kops Gh Zeinisjoch
Fahrzeit: 1,0 Std.
Vom Zeinisjoch über Verbella Alpe
Reine Gehzeit: 2,0 Std.
Distanz: 6,8 km
Aufstieg: 553 m+
Abstieg:  69 m-
Quartier: Neue Heilbronner Hütte
 

2. Tag

Friedrichshafener Weg, Muttenjoch (Nr. 518)
Reine Gehzeit: 3,0 Std. 
Distanz: 8,4 km
Aufstieg: 514 m+
Abstieg:  662 m-
Quartier: Friedrichshafener Hütte

 

3. Tag

über Schafbicheljoch (Nr. 515)
Reine Gehzeit: 3,5 Std. 
Distanz: 10,9 km
Aufstieg: 507 m+
Abstieg:  948 m-
Quartier: Konstanzer Hütte


4. Tag

Apothekerweg, Kuchenjoch (Nr. 514)
Reine Gehzeit: 3,25 Std. 
Distanz: 7,7 km
Aufstieg: 1.091 m+
Abstieg:  397 m-
Quartier: Darmstädter Hütte


5. Tag

Sepp-Jöchler-Weg, Sessladjoch (Nr. 512)
Reine Gehzeit: 3,0 Std. 
Distanz: 8,2 km
Aufstieg: 727 m+
Abstieg:  793 m-
Quartier: Niederelbehütte


6. Tag

Kieler Weg, Riffler Weg, Schmalzgrubenscharte (Nr. 512)
Reine Gehzeit: 3,5 Std. 
Distanz: 9,3 km
Aufstieg: 640 m+
Abstieg:  533 m-
Quartier: Edmund-Graf-Hütte


7. Tag

Malfontal (Nr. 511)
Reine Gehzeit: 2,25 Std. 
Distanz: 8,8 km
Aufstieg: 29 m+
Abstieg:  1.149 m-
Bus 4243 Von Pettneu-West nach Pians Abzweig Silvretta
Fahrzeit: 0,5 Std. 


Summen

Gesamte Distanz: 60,1 km
Gesamte Hm Aufstieg: 4.061 m+
Gesamte Hm Abstieg: 4.551 m-
  

Mittwoch, 10. August 2016

7. Tag - Abschied

Mittwoch, 10. August 2016, Pians
Der letzte Start
Der Regen vom Vortag hielt auch noch in der Nacht an. Am Morgen stellten wir fest, dass es auch 100 m oberhalb der Hütte geschneit hatte. Obwohl noch Wolken in den Bergen hingen, konnten wir sehen, dass sie wie frisch gepudert aussahen. Zum Glück  regnete es nicht mehr. Da die Prognose aber dennoch kein trockenes Wetter verhieß, wappneten wir uns mit Regenkleidung an oberster Stelle im Rucksack und begannen den Abstieg sehr früh. Fast 1.300 m wollten wir hinunter. Die ersten 600 Hm führten auf einem guten Zick-Zack-Weg ziemlich steil nach unten. Von den uns umgebenden Felsklippen gaben uns Steinböcke und Gemsen das Geleit. An felsigen Abschnitten waren Drahtseile als Geländer angebracht, die wir wegen des nassen Weges gerne annahmen.  Bereits nach 1 Stunde hatten wir das Steilstück absolviert. Dann zog sich der weitere Abstieg das Malfontal entlang. Es ging weitere 600 m hinab. Das Malfontal ist sicher sehr schön und romantisch. Nach den spektakulären Aussichten und schönen Bergerlebnissen kam es uns aber schon fast ein bißchen langweilig vor, 2 Stunden lang auf einem fahrbaren Weg immer nur nach unten zu laufen. In Pettneu hatten wir Glück und brauchten nur 3 Minuten auf den Bus zu warten, der uns an den Ausgangspunkt unserer Verwall-Runde in Pians brachte. Es gab noch ein Abschiedsfoto und liebe Abschiedsworte, dann machte sich jeder auf seinen Weg. Bärbel und Gerd machen noch ein paar Tage Urlaub am Bodensee, Bettina und Gerhard fahren Kinder besuchen, Bernhard fährt mit dem Zug in seine Heimat auf der Schwäbischen Alb und Moni, Norbert und Falk fahren Richtung Heimat.

Weg Nr. 511, Malfontal (leicht), Bus von Pettneu nach Pians
Edmund-Graf-Hütte: 2.408 m
Aufstieg: 29 m 
Abstieg: 1.149 m
Max. Höhe: 2.408 m
Min. Höhe: 1.222 m
Länge: ca. 8,8 km
Reine Gehzeit: 2,25 Stunden

Im Steilabbruch unterhalb der Hütte
Noch sind wir über den Wolken
Immer weiter hinunter
Im Malfontal
Falk, Bärbel, Gerd, Bernhard, Norbert,
Monika, Bettina, Gerhard

6. Tag - Edmund-Graf-Hütte

Dienstag, 9. August 2016, Edmund-Graf-Hütte
An der Schmalzgrubenscharte
Weil für heute ab Mittag Starkregen angesagt war, nahmen wir die Kampfansage an und starteten schon 7:30 Uhr. Aber Petrus entschied die erste Schlacht für sich. Wir mussten noch in der Hütte die Regenjacken anziehen und ein kurzes Stück später zogen die ersten auch schon die großen Regenumhänge über. Die anderen fassten die stärkeren Schauer in Regenjacke und Kapuze ab. Es gab aber immer mal auch trockenere Momente. Der Weg insgesamt war sehr schön angelegt. Es ging lange Zeit immer in relativ gleicher Höhe über grüne Bergrücken. Leider war die Aussicht wolkenverhangen. Nach ca. 2 Stunden begann der anstrengende Aufstieg zum Schmalzgrubenjoch. Wir waren sehr froh, dass wir den Anstieg in dem steilen steinigen und manchmal auch lehmigen Gelände in einer trockenen Phase absolvieren konnten. Vom Joch aus konnten wir in relativer Nähe einige Steinböcke majestätisch auf Felsklippen posieren sehen. Auch der Abstieg in die andere Talseite konnte bei trockenem Wetter geschehen. Darüber waren wir auch sehr froh, denn es ging sehr steil in felsigem Gelände hinab. An einigen Stellen waren Drahtseile zur Sicherung angebracht. Wir hatten sogar Zeit für eine kurze Rast mit Vesper und erreichten die Hütte zwar nicht trockenen Fußes aber auch nicht durchgeweicht. Die Hütte ist sehr einfach ausgestattet und wir haben nur im großen Matratzenlager einen Schlafplatz gefunden. Aber es reicht. Für eine Nachmittagswanderung war leider keine Gelegenheit mehr, denn pünktlich um 13:30 Uhr hatte Petrus wieder die Oberhand  gewonnen und es schüttete wie aus Eimern.

Weg Nr. 512, Kieler Weg und Riffler Weg (mittelschwer)
Niederelbehütte: 2.310 m
Aufstieg: 640 m 
Abstieg: 533 m
Max. Höhe: 2.697 m, Schmalzgrubenscharte
Min. Höhe: ca. 2.150 m
Länge: 9,3 km
Reine Gehzeit: 3,5 Stunden
Edmund-Graf-Hütte: 2.408 m
Morgen an der Niederelbehütte
Werden wir dem Regen entwischen?
Ein schöner Weg den Hang entlang
Über grüne Bergrücken
Es wird steiler und steiler
Steinböcke an der Schmalzgrubenscharte
Die letzte Hütte ist in Sicht


Montag, 8. August 2016

5. Tag - Niederelbehütte

Montag, 8. August 2016, Niederelbehütte
Auf dem Kappler Kopf 
Heute ging es zunächst ein Stück talwärts bis wir an den Speicher Kartell kamen. Dort begann der Aufstieg zum Sessladjöchli in  2.749 m Höhe. Das bedeutete für uns die Überwindung eines Höhenunterschiedes von fast 800 m. Wir kamen auch wieder ordentlich ins Schwitzen, wobei der Anstieg aber nicht so steil wie am Vortag war. Im Joch pfiff ordentlich der Wind und viel Platz für eine ausgedehnte Rast gab es auch nicht. So machten wir nur eine kurze Rucksackvesper und begannen dann auch bald den Abstieg. Es ging ziemlich steil in ein Geröllfeld hinab. Unten erwarteten uns zwei  Schneefelder. Das herunterrutschen machte Spaß und erleichterte den Abstieg sehr. Bald hatten wir auch schon die Hütte erreicht. Nach einer kurzen Erfrischung machte sich ein Teil Gruppe auf den Weg und erstieg den 2.404 m hohen Kappler Kopf auf einem seichten Gratweg. Dann wurden die letzten Sonnenstrahlen genossen.
Weg Nr. 512, Sepp-Jöchler-Weg (mittelschwer)
Darmstädter Hütte: 2.384 m
Aufstieg: 727 m 
Abstieg: 793 m
Max. Höhe: 2.749 m, Sessladjoch
Min. Höhe: 2.020 m, Kartellboden
Länge: 8,2 km
Reine Gehzeit: 3,0 Stunden
Niederelbehütte: 2.310 m
 
Wir verlassen die Hütte
... und erreichen den Speicher Kartell
Dann geht es wieder bergauf
Wir mühen uns den Steilhang hinauf
Noch können wir zum Kartellboden sehen
Rast am Sessladjöchli
Abstieg vom Sessladjöchli
Ein Schneefeld in der Steinwüste
Tief im Kessel liegt die Hütte

4. Tag - Darmstädter Hütte


Sonntag, 7. August 2016, Darmstädter Hütte
Panoramablick vom Scheibler
Das war wohl heute die Königsetappe. Start an der Konstanzer Hütte war 8:00 Uhr.  Zuerst hatten wir 1050 m Höhenunterschied zum Kuchenjöchli zu überwinden. Noch im Tal mussten wir einen reißenden Gebirgsbach überqueren. Beim gestrigen Abstieg hatten wir gesehen, dass die Fußbrücke weggespült war und am anderen Ufer hing. Wir hatten schon gefürchtet, dass Flusswaten angesagt wäre. Aber in der Nähe der Hütte befand sich eine Alm mit eigener Brücke, die wir benutzen konnten. Zum Glück konnten wir einen großen Teil des Aufstiegs im Morgenschatten absolvieren. Es war trotzdem eine schweißtreibende Angelegenheit. Nach ca. 3 Stunden hatte der Hauptteil unserer Gruppe das Joch in 2.730 m Höhe erreicht. Bernhard und Falk waren schneller und nutzten die Gelegenheit, den Gipfel des 2.978 m hohen Scheibler zu erklimmen. Als wir im Joch ankamen, hatten wir eine längere Pause nötig. Und da Norbert uns im Windschatten in Sicherheit rasten sah, legte er geschwind den Rucksack ab und stieg auch noch auf den Gipfel. Nach ca. 1,5 Stunden war er zurück, aß noch schnell etwas und wir begannen den Abstieg in die andere Talseite. Dabei gab es ein bißchen Abenteuer. Denn wir mussten ein längeres Stück an mehreren Drahtseilen senkrecht nach unten hangeln. Anschließend ging es über ein großes Geröllfeld, von dem wir ein Stückchen über ein Schneefeld abkürzen konnten. Weiter ging es durch die Geröllwüste bis wir gegen 14:30 Uhr die Hütte erreichten. Die Sonne meinte es gut mit uns und wir konnten den Tag fröhlich ausklingen lassen.
Weg Nr. 514, Apothekerweg (mittelschwer)
Konstanzer Hütte: 1.688 m
Aufstieg: 1.091 m 
Abstieg: 397 m
Max. Höhe: 2.730 m, Kuchenjöchli / 2.978 m, Scheibler
Min. Höhe: 1.688 m
Länge: 7,7 km
Reine Gehzeit: 3,25 Stunden
Darmstädter Hütte: 2.384 m
Blick zum Patteriol 3.056 m
Der Aufstieg zum Kuchenjöchli
Immer weiter hinauf
Das erste Schneefeld
Rast auf dem Kuchenjöchli
Auf dem Scheibler
In diesen Talkessel müssen wir absteigen
An Drahtseilen hangeln wir talwärts
Schneefelder erleichtern den Weg durch die Steinwüste
Hinter uns liegt das Kuchenjöchli
Oberhalb der Darmstädter Hütte
Nach getaner Arbeit ...


Samstag, 6. August 2016

3. Tag - Konstanzer Hütte

Samstag, 6. August 2016, Konstanzer Hütte
Auf dem Schafbicheljoch
Über Nacht hatte es sich ausgeregnet und so konnten wir schon frühzeitig aufbrechen. 8:15 Uhr war Start an der Friedrichshafener Hütte. Die 500 m Anstieg auf das Schafbicheljoch mit 2.636 m Höhe waren zwar anstrengend aber sehr schön. Es ging steil bergauf und zum Schluss mit leichten Kletterpassagen auf das Joch. Dort oben lag noch Schnee und alles sah sehr schön aus. Nach einer kurzen Fotorast begann der lange, lange Abstieg. Wir mussten 900 m zur Konstanzer Hütte absteigen. Das zog sich über eine lange Strecke ins Tal hinab. Während des Abstiegs war es uns vergönnt, einige Murmeltiere aus ziemlicher Nähe zu beobachten. Die Konstanzer Hütte ist bereits im Hochwald auf 1.688 m gelegen. Morgen müssen wir da wieder hinauf, denn es geht zur 1000 m höher gelegenen Darmstädter Hütte.

Weg Nr. 515, Fasultal (mittelschwer)
Friedrichshafener Hütte: 2.138 m
Aufstieg: 507 m 
Abstieg: 948 m
Max. Höhe: 2.636 m, Schafbicheljoch
Min. Höhe: ca. 1.970 m
Länge: 10,9 km
Reine Gehzeit: 3,5 Stunden
Konstanzer Hütte: 1.688 m
Anfangs geht es noch seichter
Der Weg windet sich über den Bergrücken
Es wird immer steiler
Vor dem Aufstieg über die Felsklippe
Im felsigen Gelände
Bald ist das Schafbicheljoch erreicht
Über das Joch der anderen Talseite zu
Die Konstanzer Hütte

Freitag, 5. August 2016

1. und 2. Tag - Heilbronner Hütte und Friedrichshafener Hütte

Freitag, 5. August 2016, Neue Heilbronner Hütte
Der Start am Zeinisjoch
Wie schon geahnt: Internet ist hier oben reine Glücksache.  Deshalb wird der Bericht an dieser Stelle nachgetragen: Früh halb 9 Uhr fuhren wir mit dem Linienbus das Paznauntal entlang und hoch bis zum Gasthaus Zeinisjoch. Von da aus erklommen wir auf einem leichten Bergweg die in 2.320 m Höhe gelegene Neue Heilbronner Hütte. Natürlich genossen wir eine Erfrischung in der am Weg gelegenen Verbellaalpe. Nach 2,5 Stunden hatten wir unser Ziel erreicht. Die Sonne meinte es gut mit uns und so war es ein perfekter Auftakt. Besonders für Bärbel war die Kürze der Etappe vorteilhaft, denn sie spürte noch die Nachwehen einer Sommergrippe. Da es aber noch zu früh für den Feierabend war, begaben sich einige noch auf eine Tour in der Nähe. Bernhard, Falk, Norbert und Monika wagten noch den Aufstieg auf den Östlichen Valschavielberg. Nach ca. 1,5 Stunden hatten Sie den Aufstieg gemeistert und waren nach einer kurzen Gipfelrast zur Hütte zurückgekehrt.
Bus von Pians nach Zeinisjoch, über Verbella Alpe (leicht)
Aufstieg: 533 m / ca. 833 
Abstieg: 69 m / ca. 369 m
Max. Höhe: 2.320 m / 2.623 m
Min. Höhe: 1.822 m
Länge: ca. 6,8 km / 8,8 km
Reine Gehzeit: 2,0 Stunden / 3,0 Stunden
Neue Heilbronner Hütte: 2.320 m
Allmählich geht es bergauf
Das Wetter ist ideal
Auf dem Gipfel des Östlichen Valschavielbergs
Das Gipfelteam (nur der Fotograf fehlt)
Dort oben gibt es ein dickes Schneefeld

 Donnerstag, 6. August 2016, Friedrichshafener Hütte
Aufbruch an der Neuen Heilbronner Hütte
Heute hatte Petrus kein Erbarmen mit uns und schickte im Anschluss an die nächtliche Gewitterfront auch noch eine langanhaltende Regenfront. Bei der Ersteigung des Muttenjochs mit einer Höhe von 2.620 m gerieten wir sogar in Schneetreiben und hatten kein Glück mit der Aussicht auf Gaisspitze und Glatten Berg. So erreichten wir die in 2.138 m Höhe gelegene Friedrichshafener Hütte nach abenteuerlichen Flussdurchquerungen und Scheetreiben gut gewässert und auch ein bisschen entnervt. 
Weg Nr. 518, Friedrichshafener Weg (leicht)
Neue Heilbronner Hütte: 2.230 m
Aufstieg: 514 m 
Abstieg: 662 m
Max. Höhe: 2.620 m, Muttenjoch
Min. Höhe: ca. 1.970 m
Länge: 8,4 km
Reine Gehzeit: 3,0 Stunden
Friedrichshafener Hütte: 2.138 m
Gut gewappnet ziehen wir im Regen los
Es nützt nichts, wir müssen weiter
Wo ist der Weg?
Es ist eine Wasserwanderung
Der letzte Schritt
Ziel erreicht!